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Die momentane Situation im Land Ecuador im Sommer 2016

Wenn es auch in Europa nur eine kleine Schlagzeile unter „Sonstiges“ in den Medien war, Ecuador wurde im Mai von einem schrecklichen Erdbeben erschüttert. Viele Tote und unzählige zerstörte Häuser zeugen davon. Die Hilfe innerhalb des Landes war damals enorm. Viele sind aus nicht betroffenen Gebieten sofort in die Region um Manta gefahren, um dort mitzuhelfen. Auch Hilfsgüter wurden dorthin gesandt, so dass die Menschen, die das Erdbeben überlebt haben, nun einigermaßen hausen.

Es ist aber noch viel Hilfe notwendig und auch aus Landshut kam eine Soforthilfe für die Schuleinrichtung bei den Salesianern in Manta, die komplett zerstört wurde. Die kleinen Schäden in den Häusern von Guayaquil wurden mit Hilfe aus Landshut alle behoben. Wir danken hier schon allen Spendern, die spontan mitgeholfen haben.

Die wirtschaftliche Situation des Landes ist alles andere als rosig zur Zeit. Die Haupteinnahmequelle war der sogenannte „Petrodollar“, also die finanziellen Einkünfte aus der Erdölproduktion und dem Erdölexport. Leider haben die Weltmächte den Erdölpreis in den letzten Jahren enorm gedrückt, so dass das Land Ecuador in einer schweren wirtschaftlichen Krise ist.

Wenn auch der Präsident nur von 8 % Arbeitslosigkeit spricht, so sind die tatsächlichen Fakten, dass man über 25 % Arbeitslosigkeit annehmen muss, also ein Viertel der Bevölkerung, die keine geregelte Arbeit haben. Wie immer trifft es die Ärmsten im Lande, denn die Großgrundbesitzer und Reichen haben ja längst ihr Geld im Ausland gehortet. Somit ist der Silberstreif am Horizont, der seinerzeit durch die angemessenen Erdölpreise sich abgezeichnet hatte, wieder vollkommen weggewischt. Ecuador ist in einer schweren wirtschaftlichen Krise, unsere Hilfe mehr denn je gefragt.

Politisch hat der linksgerichtete Präsident Correa zwar nicht alles falsch gemacht, aber durch sein arrogantes Verhalten und vor allen Dingen seine korrupte Politik hat er sich nahezu alle Sympathien verscherzt. 2017 ist wiederum Wahl und die Partei von Correa wird mit ziemlicher Sicherheit die Wahl nicht mehr gewinnen. Der Präsident selbst darf nach den Gesetzen Ecuadors ohnehin nicht mehr kandidieren. Man darf also gespannt sein, wie sich 2017 dieses Land weiter entwickelt. Hoffen wir für die Armen im Lande, dass es wieder besser wird.

 

Reise 2016 nach Ecuador

Wie bereits bewährt, reist die 1. Vorsitzende alle zwei Jahre in unser Partnerland, um sich von der Wichtigkeit und Richtigkeit der Projekte zu überzeugen. In anstrengenden 10 Tagen wurden von ihr alle drei Projektschwerpunkte besichtigt und mit den Verantwortlichen vor Ort besprochen:

1.    Die Fundación Don Bosco in Quito mit den zwei Projekten

a)    Kindergarten Laura Vicuña in Calderon Bellavista

    Voll Freude präsentierten die 90 Kinder in den letzten Kindergartentagen vor den Sommerferien der Vereinsvorsitzenden ihr Können mit Tänzen, Gesängen und selbstgebastelten Geschenken. Beim Mittagessen durfte auch Frau Pöschl mit den Kindergärtnerinnen bei den Kleinsten (1 bis 2 Jahre) beim Füttern mithelfen.

]Die Vorschulkinder präsentierten einen ecuadorianischen Folkloretanz und zeigten voller Stolz ihre Abgangszeugnisse, die sie nun berechtigen, in die staatlichen Schulen zu gehen. Neben viel Spiel ist ja in diesem Kindergarten durchaus auch Lernen angesagt, wobei dies in spielerischer Manier bewältigt wird. Der Standard des Kindergartens ist durchaus vergleichbar mit Kindergärten hier in Europa. Wichtig und entscheidend ist, dass Gemeinsinn, Freude am Spiel und Lernen und soziales Verhalten im Sinne Don Boscos gelehrt wird.

Leider haben wir im Jahr 2016/17 keine Volontäre für den Kindergarten bekommen. Umso dringlicher ist unser Appell, dass wir für 2017/18 wiederum Volontäre suchen, die in unserem Kindergarten mithelfen. Es wäre schön, wenn das möglich wäre.

b)    Casa Amigos de Don Bosco in Chillogallo im Süden von Quito

Bisher wurden dort ausschließlich Kinder ab 12 bzw. 13 Jahren betreut, die bereits ins Colegio (Mittelschule) gehen und die, sei es am Vormittag oder am Nachmittag, in der schulfreien Zeit betreut werden. Vor allen Dingen die Defizite im Lernen werden verbessert, aber auch Spiel, Gemeinsinn und kreatives Gestalten kommen nicht zu kurz.

Da sich herausgestellt hat, dass die sozialen und psychischen Probleme je älter ein Kind ist umso schwieriger zu lösen sind, hat man sich entschlossen, und dies beginnt am dem neuen Schuljahr im September 2016, Kinder bereits ab 8 Jahren zu nehmen, um eher ihre Probleme zu erkennen und nachhaltiger bearbeiten zu können.

Beeindruckend waren die kurzen Vorträge der Bachilleratos (das sind die Abiturienten der Mittelschule). Diese Schüler haben ihr Zeugnis erhalten, sind stolz darauf, nun an die Hochschule zu gehen und haben dies auch uns Fremdlingen aus Europa ohne Scheu und mit wohl gewählten Worten erklärt. Sie brachten auch ihre Dankbarkeit zum Ausdruck, dass sie in der Casa Amigos de Don Bosco betreut wurden. Wir geben dies gerne an unsere vielen Spender weiter.

2.    Nach den Tagen im Hochland in der Sierra von Ecuador auf 3.000 m bis 4.000 m Höhe wechselte Frau Pöschl in den Süden, auf Meereshöhe, nach Guayaquil ins dortige Armenviertel Isla Trinitaria (Nigeria).

Bei drückender Hitze konnte sie sich von dem Erfolg der jahrelangen Arbeit mit unzähligen Paten überzeugen. So stehen bereits über 210 Häuser dort, die vom Verein Ecuador Licht und Schatten e. V. und den Paten errichtet wurden.

Das Gemeindezentrum ist voll funktionsfähig und die Kirche wird voraussichtlich Ende des Jahres mit Geldern aus Ecuador und Holland errichtet sein.

Dann ist dieses Viertel wirklich ein Vorzeigeviertel geworden aus einer armen Kloake. Natürlich sind noch viele Häuser in erbärmlichem Zustand, aber die Infrastruktur passt, die Leute verbessern ihre Straßen und ihr Viertel selbst durch anpflanzen von Bäumen etc. und der Zusammenhalt ist enorm. Isla Trinitaria und Nigeria ist ein aufstrebendes Viertel, das sich langsam aus der Armut zu befreien versucht.

Dies ist nur möglich Dank des immensen Einsatzes von Pater Marco Paredes und der Sozialhelfer dort, die uns eindrucksvoll die Gegebenheiten geschildert und gezeigt haben.

Die vielen Familien rufen all unseren Paten und Spendern von Ecuador Licht und Schatten ein herzliches Gracias = Dankeschön zu.